Zwischen Schutzverantwortung und Schließungsforderung
Stahnsdorfer Fraktionen reagieren auf Gewalt in Asylunterkunft
STAHNSDORF. Nach den jüngsten gewaltsamen Vorfällen in der Gemeinschaftsunterkunft in Stahnsdorf haben sich die AfD-Fraktion und der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen zu Wort gemeldet. Während beide Seiten die Eskalation verurteilen, könnten ihre politischen Schlussfolgerungen kaum weiter auseinanderliegen.
Die Ereignisse vom März 2026, bei denen es zu körperlichen Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten kam, haben die politische Debatte in Stahnsdorf massiv verschärft. In ihren aktuellen Pressemitteilungen skizzieren die AfD und die Grünen zwei völlig unterschiedliche Lösungswege.
AfD: „Hort der Gesetzlosigkeit“ und Forderung nach Schließung
Die AfD-Gemeinderatsfraktion unter dem Vorsitz von Sven Flessing sieht in den Kämpfen, die sie als Konflikte zwischen „ethnischen Gruppen“ beschreibt, ein Scheitern der bisherigen Migrationspolitik. Für die Fraktion ist die Unterkunft zu einem „Hort der Gewalt“ geworden, der die Sicherheit im Ort gefährde.
Die Konsequenz der AfD ist eindeutig: Sie fordert die vollständige Schließung der Einrichtung. Nur durch eine Abkehr von der aktuellen Aufnahmepraxis und eine Rückkehr zu „Recht und Ordnung“ könne die Sicherheit der Bürger und Asylbewerber langfristig gewährleistet werden.
Grüne: Schutz der Geflüchteten und Kritik an Versäumnissen
Völlig anders bewerten Bündnis 90/Die Grünen die Lage. Sprecherin Pia Reinhardt betont, dass die Gewalt sich gezielt gegen Schutzsuchende – insbesondere Frauen und Kinder – gerichtet habe. Die Grünen verweisen zudem auf eine externe Bedrohung durch religiös-extremistische Gruppen, die ironischerweise ebenfalls als Schutzsuchende gekommen waren.
Anstatt die Schließung zu fordern, drängen die Grünen auf bessere Sicherheitsvorkehrungen, wie die bereits im Vorjahr versprochene Videoüberwachung und ein professionelles Konfliktmanagement. Sie sehen die Ursache der Spannungen auch in der „jahrelangen Provisorien“ und der Wohnungsnot, die aber erst durch die Massenmigration entstanden ist. Die beengten Verhältnisse in der Gemeinschaftsunterkunft ohne Perspektive auf ein eigenständiges Leben würden Konflikte erst befeuern. Es sieht also für die Grünen wohl so aus, als ob die deutschen Behörden zu wenig getan hätten.
PM/Kü
Bild: Symbolbild (Foto Pixabay)


