Die Brandmauer ist gefallen

Wann kommt der erste gemeinsame Beschluss?

STAHNSDORF. Während im Bund die Fronten verhärtet bleiben, scheint in Stahnsdorf die „Brandmauer“ zu bröckeln. Lokale Vertreter von SPD, Grünen und Linken streben offenbar eine Zusammenarbeit mit der AfD an, um parteipolitische Differenzen bei Sachthemen zu überwinden. Der SPD-Vorsitzende Helmuth Sturm begründet diesen Schritt mit einer klaren Fokussierung auf das Gemeindewohl: „Das Wohl des Ortes ist wichtiger als parteitaktische Spiele“, so der SPD-Funktionär.

Die AfD begrüßt diese Entwicklung. Man könne vielleicht zu wichtigen Themen einen gemeinsamen Beschluss einbringen. Als erstes gemeinsames Vorhaben könne die Einsetzung eines Beauftragten für Impfschadenopfer in Stahnsdorf beschlossen werden. Man sei aber auch offen für Vorschläge, die sich auf Naturschutz beziehen.

Während die linken Parteien auf kommunaler Ebene damit ihren Frieden mit der AfD geschlossen zu haben scheinen, bleibt die CDU vorerst auf Distanz. „Es gibt dazu Beschlüsse, an die wir uns halten müssen“, erklärt Richardo Kiekenbaum. „Auch wenn es eigentlich nur um Ortspolitik gehen sollte, müssen wir uns den Vorgaben der Partei beugen. Denn Freiheit darf nicht zu weit gehen.“

Auch die „Omas gegen rechts“ sind nicht einverstanden. Grete Gutmann, die Sprecherin der Organisation im Potsdam-Mittelmark, ist betrübt: „Die Wochenenden könnten jetzt sehr langweilig werden, wenn das Schule macht.“ Sie fordert, dass unabhängig von der Brandmauerdiskussion die Fördertöpfe weiter erhalten bleiben. „Immerhin haben wir Verpflichtungen gegenüber den MitgliederInnen.“

Bild: Symbolbild   (Foto Pixabay)

Facebook
Twitter
LinkedIn