Erneute Ausschreitungen in Stahnsdorfer Flüchtlingsunterkunft
Landkreis verschärft Sicherheitsmaßnahmen
STAHNSDORF. In der Gemeinschaftsunterkunft Stahnsdorf kam es am vergangenen Wochenende erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark reagiert mit einer erhöhten Präsenz von Sicherheitskräften und internen Umverteilungen, um die Lage zu beruhigen.
Die Spannungen in der Gemeinschaftsunterkunft in Stahnsdorf haben sich am vergangenen Sonntag weiter zugespitzt. Wie der Landkreis Potsdam-Mittelmark mitteilte, kam es zu einem erneuten Zwischenfall zwischen Personengruppen afghanischer und tschetschenischer Herkunft. Bereits am vorvergangenen Wochenende waren bei ähnlichen Delikten Bewohner verletzt worden. Dabei soll es sich laut MAZ im Wesentlichen um einen religiösen Streit handeln.
Polizei verhindert Schlimmeres
Nach aktuellen Erkenntnissen waren an den Konflikten nicht nur Bewohner der Unterkunft beteiligt. Als sich am Sonntag externe Personen vor dem Gelände sammelten, schlug der Wachschutz umgehend Alarm. Trotz des schnellen Eintreffens der Polizei kam es zu weiteren Körperverletzungen. Nach Angaben der MAZ wurden circa 20 Personen verletzt. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und Tätern liegen nun bei der Staatsanwaltschaft und der Polizei.
Sofortmaßnahmen und Verlegungen
Der Landkreis hat unmittelbar auf die Eskalation reagiert:
- Sicherheitsdienst verstärkt: Die Zahl der Wachleute wurde präventiv auf acht Kräfte erhöht, wobei zusätzliche Posten direkt auf den betroffenen Fluren positioniert wurden.
- Räumliche Trennung: Noch am Sonntagabend veranlasste die Kreisverwaltung die Verlegung eines Teils der beteiligten Parteien in eine andere Unterkunft, um weitere Konfrontationen zu verhindern.
- Bauliche Anpassungen: Neben einer verbesserten Außenbeleuchtung wurde das Gelände an relevanten Stellen baulich gesichert.
Prävention und Sicherheitskonferenz
Flankierend zu den Sicherheitsmaßnahmen führten Sozialarbeiter bereits in der Vorwoche zahlreiche Deeskalationsgespräche mit den Bewohnern.
„Die Sicherheit der Bewohner hat oberste Priorität“, betont Benno Rougk, Pressesprecher des Landkreises. Aus taktischen Gründen könne man jedoch keine Details zu allen spezifischen Sicherheitsvorkehrungen nennen, um deren Wirksamkeit nicht zu gefährden.
Am morgigen Dienstag findet eine Sicherheitskonferenz statt. Vertreter des Landkreises, der Gemeinde Stahnsdorf und der Polizei werden dort über das weitere Vorgehen und zusätzliche Schutzmaßnahmen beraten.
PM/Kü
Bild: Übergangswohnheim Stahnsdorf (Bild Kü)


